Papamobil: Volvo XC60 D5 AWD im Test

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Der Volvo XC60 ist Europas meistverkauftes Sports Utility Vehicle (SUV). Ob der XC60 wirklich als Familienauto taugt oder doch nur ein teures Einkaufsauto für Single-Frauen ist, haben wir für euch getestet.

Wenn dir Sicherheit beim Autokauf besonders wichtig ist, bist du wahrscheinlich heute schon Volvofahrer. Sicherheit ist für Volvo kein blosser Marketing-Gag. Die Schweden haben über Jahrzente hinweg immer wieder mit Innovationen die Messlatte für die Sicherheit der Passagiere und der übrigen Passanten etwas weiter nach oben schrauben können. Viele Neuerungen wurden im Anschluss von den übrigen Hersteller abgeguckt. Es ist also höchste Zeit – im Namen aller Väter: Danke Volvo!

Das Volvos besonders sichere Autos sind, weiss heute jedes Kind. Das Problem war nur, dass bis vor Kurzem, Volvos auch so aussahen, als wären sie von einem Dreijährigen designt worden. Beispiel gefällig? Bleistift in die Hand und Linie hoch, dann nach rechts, wieder hoch, wieder rechts, dann ruter und wieder rechts und dann nochmals runter. Ein paar schwarze Kreise als Räder und fertig ist dein Volvo 760. Oder etwa nicht?

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ABER diese Minipanzer für die Strasse, dass war definitiv gestern. Spätestens seit der Übernahme von Volvo durch den chinesischen Konzern Geely, scheinen die Herren aus Göteborg über genügend Geld zu verfügen, um einen volljährigen Designer zu beschäftigen. Die neue Designsprache ist eine Mischung aus Ikea und Mobitare. Klar, nüchtern und aufgeräumt aber trotzdem eigenständig genug, um sich von den Stilvorgaben der deutschen Premiumhersteller abgrenzen zu können. Der Volvo XC60 bringt den neuen Auftritt der Schweden perfekt auf den Punkt. Und das mit Erfolg. Der XC60 ist das meistverkaute SUV Europas. Grund genug uns dieses Modell etwas genauer anzuschauen.

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Platzangebot ***

Der XC60 macht von aussen eine ganz stattliche Figur. Besonders von hinten betrachtet, fallen durch die typische Anordnung der Rückleuchten die breiten Hüften des Volvos auf. Im Innenraum wird man aber ein bisschen enttäuscht. Vier Erwachsene finden im Auto bequem Platz. Auch ein Kind kann sicher zwischen den beiden Erwachsenen auf der Rücksitzbank Platz nehmen, ohne grössere Abstriche in Sachen Komfort machen zu müssen.

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Benötigt euer Kleiner noch den ersten Autositz (hier im Bild der MaxiCosi Pebble inkl. Basisstation), muss man den Beifahrersitz weit nach vorne fahren, um den Kindersitz installieren zu können. Wenn eure Frau nun Giselle Bündchen heisst, hat sie Pech gehabt. Das Problem ist das weit runtergezogene Armaturenbrett, welches die Beinfreiheit des Beifahrers stark einschränkt.

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Praktische Ablagefächer für des Kleinen Lieblingsspielzeugs sind auf den doppelten Flaschenhalter und die anschliessende Truhe in der Mittelkonsole beschränkt. Es gibt zwar noch diese zusätzliche Ablage in Form eines Holraums hinter der freistehenden Mittelkonsole. Leider ist dieses Fach aber absolut nicht zu gebrauchen. Nebst dem, dass es eine ziemlich fummelige Angelegenheit ist, überhaupt an dieses Fach zu gelangen, sieht man nie was man da mal abgelegt hat. Darüber hinaus ist das Fach auf beiden Seiten offen. Handy oder Ähnliches hinlegen kannst du also vergessen, wenn du es nicht nach der nächsten Kurve unter dem Sitz suchen willst.

Der Kofferraum ist mit seinen 495l an sich ganz okay. Vergleicht man ihn aber mit dem Kofferraumvolumen eines Skoda Octavia Kombis (630l), wird schnell klar, dass es eigentlich besser geht. Vorallem wenn man bedenkt, dass der Skoda mindestens eine Nummer kleiner ist als der Volvo. Unser Kinderwagen plus zwei Koffer Test schafft der Volvo gerade so, wie ihr auf dem Bild sehen könnt. Immerhin lassen sich die Rücksitze individuell im 40/20/40 Verhältnis sehr einfach mit nur einem Griff umlegen. Dann sollte auch der nächsten Zügelaktion nichts mehr im Wege stehen.

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Sicherheit und Komfort *****

Wie könnte es auch anders sein: Der Volvo lässt beim Thema Sicherheit keine Wünsche offen. Während die Kleinen mit dem serienmässigen ISOFIX-Halterungen in Schach gehalten werden, stehen dem Fahrer eine ganze Armada an Sicherheitsassistenten zur Verfügung. Der XC60 in unserem Test ist voll ausgestattet. Hier einige Beispiele: Toterwinkel-Assistent, Abstands-Tempomat, Rückfahrtkamera, Parksensoren v/h, Spurhalte-Assistent, automatische Notbremsung usw. Fairerweise muss man sagen, dass das Ganze gebimmel und aufleuchten der Sicherheitsassistenten zumindest während der ersten Kilometer sehr ablenkt und somit nicht wirklich sicherheitsfördernd ist.

Aber auch in Sachen Komfort reicht dem Schweden keiner so schnell das Wasser. Denn genau darauf ist der XC60 ausgelegt. Unaufgeregt und komfortabel will er sein. Schnell und sportlich können die anderen besser. Die Sitze sind super bequem und absolut langstreckentauglich. Darüber hinaus bieten sie eine schier unendliche Anzahl an Einstellmöglichkeiten an. Selbst bei einer Körpergrösse von zwei Metern bleiben keine Wünsche offen. Auch das Fahrwerk ist passend zum Charakter des Volvos komfortabel ausgelegt. Schnelle Kurven sind nicht so sein Ding. Sein Party-Piece ist das entspannte Cruisen auf Landstrassen oder das Dahingleiten auf der Autobahn. Und da er das so gut macht, verzichtet er ganz auf elektronische Einstellmöglichkeiten des Fahrwerks. Für mich ganz OK. Ich bin mir sicher mein Puls ist mindestens 10% tiefer in diesem Volvo.

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Das einzige was meinen Puls dann doch wieder in den Normalzustand bringt, ist das wenig intuitive Multimediasystem. IPhone koppeln geht eigentlich ganz gut. Warum aber ein IPod zur Auswahl steht, dass IPhone wiederum als separates Bluetoothgerät gekoppelt werden muss, verstehe ich nicht. Aber noch dämlicher ist das Navi. Das Fahrziel eingeben dauert gefühlt eine Ewigkeit. Folgt man dann den Anweisungen bis zum Fahrziel, kann es schon mal vorkommen, dass man 20 Meter vor dem exakten Ziel stoppt, wenn man gerade eine Parklücke findet. Steigt man danach wieder ins Auto und gibt ein neues Fahrziel ein, addiert das System die neue Route einfach zur bisherigen dazu. Will man das nicht, muss man sich sehr mühsam durch diverse Untermenüs scrollen und klicken, um das alte Fahrziel zu löschen. Intuitiv ist das definitiv nicht!

 

Antrieb und Fahrspass ****

In unserem Test sind wir die stärkste Dieselvariante gefahren, den D5 mit fünf Zylindern, 2400cc Hubraum und Turboaufladung. Das Resultat sind 215 PS und über 400 NM Drehmoment. Leistung satt in allen Lebenslagen. Der Motor ist einer von der kernigen Sorte und versucht das typische Dieselknattern überhaupt nicht zu verbergen. Leider dringen gerade in den Beschleunigungsphasen die Motorengeräusche ziemlich stark in den Innenraum, was eigentlich gar nicht zum entspannten Charakter des Volvos passt. Der Verbrauch hat sich während unserem Test bei ca. 8.5l/100km eingependelt. Angesichts des hohen Gewichts von knapp 1.9t überrascht dieser Wert nicht. Die Konkurrenz kann das aber besser. Der D5 kommt standardmässig mit Allradantrieb und Handschaltung. Wir emfpehlen die in unserem Testwagen verbaute 6-Gang-Automatik. Das Automatikgetriebe passt wunderbar zum XC60. In Kombination mit dem bärenstarken Motor wird das Cruisen durch den Alltagsdschungel zum Genuss.

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Alles in allem ist der D5 mit Sicherheit Papas Favorit. Der D5 ist allerdings nicht ganz günstig, weder in der Anschaffung noch im Unterhalt. Diesel Alterntiven bietet Volvo mit dem D3 und D4. In neueren Modellen ist der D4 zum Zweiliter-Vierzylinder geschrumpft worden. Die Leistung bleibt bei 190PS. Der Verbrauch profitiert jedoch von der neuen Motorengeneration. Dies könnte für die Vernüftigen unter euch wohl eine gute Alternative sein. Der D3 mit ca. 160PS wird seine liebe Mühe mit dem Dickschiff XC60 haben. Und da Allrad und hohes Gewicht sich direkt negativ auf den Verbrauch auswirken, erachten wir alle Benzinvarianten ebenfalls als nur bedingt empfehlenswert für dieses Modell.

 

Kosten ****

Unser Testwagen mit stärkster Motorisierung, Allrad und Vollausstattung kostete neu etwas über CHF 80’000. Das ist für die meisten Papas da draussen sehr viel Geld. Der von uns getestete XC60 ist Baujahr 2012 und hat 60’000km auf dem Tacho. Vergleichbare Modelle finden sich auf dem Occasionsmarkt für ca. CHF 30′-35’000. Also über die Hälfte an Wertverlust nach drei Jahren. Als Occasionswagen somit absolut zu empfehlen. Zu berücksichitgen gilt, dass Volvo die XC60 Besitzer jedes Jahr zum Check bittet. Beim Kauf also umbedingt darauf achten, dass das Neuwagen Service-Package noch läuft resp. verlängert wurde.

 

Mama Acceptance Factor (MAF) ****

SUV, dunkle Farbe, Automatik und ein Haufen Helferlein, die das Manövrieren mit dem Dickschiff einfacher machen – Mutti sagt Daumen hoch. Einzig Abzug gibts für die Marke Volvo. Die findet Mutti nicht soooo sexy. Land Rover Range Rovers und BMW X5 stehen da höher im Kurs. Hast du einmal den Preisunterschied aufgezeigt, wird Mutti deinen Volvokauf unterstützen.

 

FAZIT –  4 von 5 Sternen

Der Erfolg des Volvo XC60 ist absolut berechtigt. In Sachen Sicherheit und Komfort gehört er in seiner Klasse zu den Besten. Die Motorenpalette ist breit, sodass jeder Papi den passenden Antrieb finden wird. Die Auswahl an XC60 Occasionsfahrzeugen in der Schweiz ist sehr gross. Zur Schonung des Portemonnaies lohnt es sich bestimmt den Second-Handmarkt zu prüfen. Und sogar Mutti solltet ihr vom Kauf dieses Volvos locker überzeugen können. Einzig Väter mit mehr als einem Kind oder Giselle Bündchen als Frau, werden mehr Platz im Innenraum vermissen.

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Erklärung des MAF

Als MAF bezeichnen wir die Wahrscheinlichkeit, dass Mutti mit eurem Familienauto-Vorschlag einverstanden ist. Fakt ist, dass Mutti wahrscheinlich mehr mit der Familienkutsche unterwegs sein wird, als ihr selber. Darüber hinaus sind Familienausgaben, gemeinsame Ausgaben. Mutti wird euch also dreinreden wollen – und das sogar zurecht (sorry ist aber so). Der MAF ist beim Kauf eines Autos für die Familie also genauso wichtig, wie alle anderen Kriterien.

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