Die Zahnfee ist eine Hexe

Wenn die ersten Zähne deinem Kleinen mal so richtig die Laune verderben. Ou Mann, ich dachte die schlaflosen Nächten hätten wir hinter uns!

Mr. T ist jetzt ziemlich genau sechs Monate alt. Als klügstes Baby der Welt war es natürlich nicht verwunderlich, dass er sich sehr schnell an den Tag-Nacht-Rhythmus aller übrigen Erdenbewohner gewöhnte. Und wie alle Papis wissen, ist das der erste Schritt zum Durchschlafen und erholsamen Nächten auch für die Eltern. Bei Mr. T gelang es uns bereits nach zweieinhalb Monaten ihm verständlich zu machen, dass wenn es draussen dunkel ist, für ihn ‘Schalfi-Schlafi’-Zeit ist. Die letzten dreieinhalb Monate waren daher ein Klacks. Der Kleine ging um 20:30h ins Bett und schlief, bis auf wenige Ausnahmen, bis um 6:30 Uhr durch. Yeah! Jackpot!

Mein kleiner Berner Sennenhund

Vor etwa einem Monat bemerkten wir, dass Mr. T anfing alles was ihm in die Hände fiel in den Mund zu nehmen. Motorisch hat er in den letzten Wochen riesige Fortschritte gemacht, sodass er jetzt sehr zielstrebig nach Sachen greifen kann, um sie dann koordiniert in den Mund zu stecken. Bisher war es vor allem ein Ablecken der Gegenstände. Wahrscheinlich um sich neben dem Geschmack auch ein besseres Bild über die Textur machen zu können. Neuerdings fand er es aber viel interessanter auf alles Mögliche zu beissen. Ich habe mal den mutigen Selbstversuch gewagt und ihm den Finger in den Mund gesteckt, um zu schauen was passiert. Wie besessen konnte er Minutenlang darauf herumkauen. Irgendwie schien ihm das Freude zu bereiten. Da ich noch neun weitere Finger habe, liess ich ihm den Spass.

Die zweite unübersehbare Veränderung war sein Sabbern. Es ist nicht so, dass sich Mr. T jemals gross Gedanken um Etikette gemacht hätte. Ein süsses ‚Mhh… T-Bone Steak‘-Sabbern hatte er eigentlich immer im Gesicht. Neuerdings erinnerte das Sabbern aber mehr an einen Berner Sennenhund. Trotz stylischem Sabberlätzchen schaffte es der Kleine, sich innerhalb von Minuten komplett voll zu sabbern. Lätzen, Pulli und Body mussten wir mehrfach am Tag wechseln, weil sie dermassen durchnässt waren.

Was ist denn das?

Die letzten Tage war Mr. T nicht mehr ganz so cool drauf, wie üblich. Seine “Uuh, uuhs” posaunte er nicht mehr mit der gewohnten Inbrunst hinaus. Auch war die Qualität meiner Witze offensichtlich unter seinem Niveau, als das er mich mit einem Lächeln hätte belohnen wollen. Vor vier Tagen fing er dann plötzlich wie aus dem Nichts lautstark zu heulen an. Da er neben mir auf dem Sofa lag, konnte er sich also nicht irgendwo den Kopf gestossen oder sich sonst weh getan haben. Ich ging also Gedanklich die Krawall-Liste durch: Essen? – Check, Windel? – Check, Schlafi-Schlafi-Zeit? – Check. Hmm… alle Parameter waren erfüllt für ein glückliches Baby. Da Mr. T zu männlich ist, um den Nuggi zu nehmen, ist unser neuer Back Up-Plan ihm den kleinen Finger in den Mund zu stecken. Also rein damit und … Autsch!!! Was ist denn das? Der Kleine hat mich gebissen! Ein Kampf Finger gegen Zunge brach aus, den ich zwei Millisekunden lang für mich entscheiden konnte. Aber das genügte mir. Ich hatte den kleinen Schneidezahn unten links erspähen können. Zwei kleine weisse Punkte die sich langsam aber sich er durch das noch jungfräuliche Zahnfleisch bohrten.

Auf die Zähne beissen ist angesagt

Von da an ging die Party erst richtig los. Wisst ihr noch was ich Anfangs erwähnte, wie toll er durchschlief? Vergesst was ich gesagt habe! Nächtliches marschieren mit zehn Kilogramm Gepäck ist angesagt – und das Stundenlang! Das Zahnen macht den Kleinen wirklich fertig. Wir sind froh, wenn er mal zwei Stunden am Stück schläft. Tagüber sind die Schmerzen so stark, dass er gar nicht schlafen kann. Es soll Kinder geben, die sogar Fieber bekommen. Von dem wurden wir bisher verschont. Wir haben alles versucht, um ihm die Schmerzen etwas zu erleichtern. Neue Beissringe haben wir besorgt (einer davon ist sogar mit einem kühlbaren Gel gefüllt), seine Beisserchen mit Osa-Gel bestrichen und sogar homöopathische Zäpfchen haben wir versucht. Nichts hat bisher wirklich nachhaltig eine Besserung herbei geführt. Die nächste Eskallationsstufe wären da wohl chemische Zäpfchen. Wobei das über mehrere Tage auch keine Lösung ist, gemäss der netten Apothekerin am Zürcher Bellevue.

Nun ja, bis auf Weiteres ist wohl für uns alle Zähne zusammenbeissen angesagt. Zum Glück habe ich einen netten Chef der mir viel Verständnis entgegen bringt. Seine Begrüssung heute Morgen war: “Du siehst scheisse aus.” Leider hat er recht. Aber das ist eigentlich nicht so schlimm. Der Kleine tut mir wirklich extrem Leid und es bricht mir das Herz ihn so unhappy sehen zu müssen. Ich habe mehrfach gelesen, dass der erste Zahn der Schlimmste sei. Ich halte mich an diesen Strohhalm der Hoffnung. Mal sehen ob das stimmt. Ich werde es euch erzählen.

 

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