Die ersten Ferien mit dem Baby

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Endlich sind sie da – die lang ersehnten Sommerferien. Gefühlt eine Ewigkeit war es her, als wir zuletzt mehr als nur ein verlängertes Wochenende frei hatten. Im Juni hiess es dann ab zwei Wochen nach Spanien.

Persönlich finde ich das Reisen per Flugzeug absolut nervtötend. Denn der Grossteil der Reise ist eine nicht enden wollende Warterei. Warten am Baggage Drop, warten am Safety Check, warten am Gate, warten auf die Starterlaubnis, warten auf das Gepäck, warten warten warten. Nerv! Unsere eigentliche Flugzeit betrug gerade mal zwei Stunden. Rechnet man das Warten sowie die Hin- und Wegfahrt vom Flughafen, dauerte die ganze Reise sechs Stunden.

Das Einzige was so eine Reise noch anstrengeder machen kann, ist ein unzufriedenes Baby. Kein Baby, das gerade krabbelnd die Welt am Erkunden ist und nur so vor Energie strotzt, wird sechs Stunden brav stillsitzen wollen. Also gilt es sich gut zu organisieren. Unser Flug ging um 7.10h los. Also mussten wir uns bereits um 4.30h auf den Weg machen. Unschön für die Eltern, dafür hat der Kleine auf der gesamten Fahrt an den Flughafen friedlich geschlafen. Vom Check-in bis zum Platznehmen im Flugzeug sass Mr. T im Tragegurt bei Mutti und konnte sich dem hektischen Treiben um sich herum zuwenden. Wir haben bewusst versucht ihn wach zu halten in der Hoffnung, dass er dafür später im Flieger schläft. Kurz vor dem Take-Off haben wir ihm sein Fläschchen vorbereitet, sodass er während der Aufstiegsphase sein Frühstück zu sich nehmen konnte. Angeblich soll das Nuckeln am Fläschchen auch helfen, mit dem Druckausgleich im Flugzeug besser klar zu kommen.

Das Vorgehen hat sich auf jeden Fall bewährt. Einmal in der Reiseflughöhe angekommen, war Mr. T wohl genährt und zufrieden, sodass er sich ganz der aufkommenden Mündigkeit zu wenden konnte. Den Rest des Fluges hat er schlafend in Muttis armen verbracht. Die Reise war also absolut easy.

Droht Schlafmangel in den Ferien?

Einmal angekommen, haben wir uns kurz eingerichtet und sind direkt zum Supermarkt, um uns mit allem Nötigen einzudecken. Zurück in der Wohnung war es dann auch schon 14:00h – Mr. Ts. Nachmittags-Schläfchenzeit. Also legten wir den Kleinen ins Bett….. und nahmen ihn nach 30 Minuten irrem Geschrei wieder heraus. Auf keinen Fall wollte er in seinem Ferienbettchen schlafen. Mutti und ich hielten für einen kurzen Moment inne. Ich bin mir ziemlich sicher wir dachten beide dasselbe: ‘Das werden ja schöne Ferien, wenn das Theater mit dem Schlafen wieder von vorne losgeht…!’ Zuhause funktioniert das Schlafen nämlich mittlerweile ausgezeichnet. Wie ein Schweizer Uhrwerk geht der Kleine tagsüber pünktlich um 9h und 14h auf ein Nickerchen ins Bett. Abends um 20h ist dann Schlafenszeit. Bis auf wenige Ausnahmen stets ohne Meckern.

Die erste Schockstarre überstanden, überlegten wir uns, wie wir dem Kleinen helfen konnten, sich in der neuen Umgebung wohler zu fühlen. Das Zimmer, das Bett, die Geräusche… alles ist anders, aber daran lässt sich nichts ändern. Das Einzige was uns einfiel, war ein Stillkissen für sein Bettchen zu besorgen. Denn zuhause liegt immer eins in seinem Bett und meistens schläft er auch irgendwie darauf. Wir hatten ein normales Kissen in sein Ferienbett gelegt, aber das hat er komplett ignoriert. Also sind wir zu Toys’R’Us gefahren und haben exakt dasselbe Stillkissen gekauft, wie zuhause.

Hätte ich es nicht selbst erlebt, hätte ich es nicht geglaubt: Von da an war das Thema schlafen gegessen. Bis auf zwei oder drei Mal hat er den Rest der Ferien wunderbar geschlafen…. und wir auch! An den Erfinder des Stillkissens: Du bist der Hammer!

Ist schon wieder Schlafenszeit?

Baby schläft – check, Wohnung – check, Wetter – check, Mutti gut drauf – check! Alle Zeichen stehen auf grün für tolle Ferien. Etwas hatte ich aber irgendwie nicht auf den Radar: Jeder der schon mal in Spanien in den Ferien war weiss, dass die Spanier etwa dann Mittagessen, wenn bei uns der Landjäger für den Zvieri aufgeschnitten wird. Oder vereinfacht gesagt, hinkt der gesamte Tagesablauf etwa zwei Stunden unserer Schweizer Routine hinterher. Das Problem ist, dass Mr. T.s Tagesablauf überhaupt nicht auf die spanischen Lebensgewohnheiten angepasst ist. Wenn er um sieben Uhr aufsteht, ist das in Spanien schon fast unverschämt früh. Sein Nachmittagsschlaf macht er dann, wann alle anderen Spanier am Mittagessen sind. Und wenn er ‘Abends’ schlafen geht, ist es eigentlich noch mitten am Nachmittag.

Mutti und ich können uns in den Ferien herrlich mit dem spanischen Tagesablauf arrangieren. Abends um 22h Essen gehen, danach noch einen Absacker in unserer Lieblingsbar, am nächsten Morgen schön Ausschlafen und so gegen 11h sich mal überlegen wo wir Frühstücken wollen… Ja, ja! Ich weiss! Mit Kinder ist das anders… alles klar! Trotzdem haben wir uns in der ersten Woche sehr ungeschickt angestellt. Irgendwie sind wir kaum aus der Ferienwohnung rausgekommen. Immer das selbe ‘Wollen wir noch raus? Der Kleine muss gleich schlafen…’ oder ‘Verschieben wir das auf nach dem Nickerchen’…! Vielleicht klingt das blöd, aber diese nicht-harmonisierten Tagesabläufe haben uns eigentlich eine Woche unserer Ferien geraubt. Und das nur, weil wir uns nicht gut organisiert haben. Am Kleinen lags definitiv nicht. Der war ein richtiger Goldschatz. Daher kam eine Änderung seiner Routine auch gar nicht in Frage. Monatelang haben wir darauf hin gearbeitet, ihm eine solche Routine anzugewöhnen. Jetzt wo alles wie am Schnürchen läuft müssen wir seinen Tagesablauf respektieren.

Die zweite Woche war dann definitiv besser, trotz schlechterem Wetter. Für einen Strandbesuch hat es auch gereicht. Wobei der Erholungsfaktor eines Strandbesuchs mit dem hypermotivierten Mr. T. etwa mit einer sommerlichen Tube-Fahrt in London vergleichbar ist. Egal, er hatte riesig Freude. So sehr, dass er gleich ein halbes Kilo Sand gegessen hat. Und ich durfte zwei Wochen 24h mit meinem Kleinen verbringen. Das war auch neu – und super!

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